sukzessive entwicklung zum guten

Beiträge vom April 2008

Kontraste

April 28, 2008 · 1 Kommentar

Ich hatte auf eine Kleinanzeige reagiert, weil ich mir ein gebrauchtes Notebook anschaffen wollte. Am Telefon schnell einig, traf ich mich mit dem Verkäufer und angekommen am Übergabeort bot sich mir ein skurriles Setting, das an klischeesicherer Dubiosität kaum zu überbieten war. Der Typ sah aus wie der Rapper Massiv, betrieb in einer Innenstadtklitsche ein Callcenter und seine Freundin war ein runtergehungertes Mäuschen, deren Gesamtumfang von einem seiner muskelbepumpten Arme locker verdeckt wurde. Auf ihrem Arm ein Bündel Schoßhund, in seinem Gesicht ein feistes Grinsen. „Ach du Scheiße“, dachte ich so bei mir, „was für Nummern !“ Aber ich wollte hier ja nicht anbandeln, auch suchte ich keinen Job (obwohl er mir en passant einen schmackhaft machen wollte), also Vorurteile versenken und Sozialkompetenz beweisen.

Er warf die Maschine an, ich prüfte die Funktionen. Alles in Ordnung. Fast – der Akku war defekt, aber er hatte einen Neuen bestellt, den wir noch nur bei der lokalen UPS-Stelle abholen mussten. Ok, dachte ich, guter Deal, und schob ihm die Kohle rüber, ein wenig zögerlich (waren immerhin 1200,-) wohl, denn ein schallendes „Ach, kann er sisch net vom Fett trenne – komm, her damit !“ kam mir entgegen. Grinsend verneinte ich und reichte ihm das Bündel.

Kurze Zeit später saßen wir in seinem Wagen und ich fühlte mich nicht gerade wohl dabei. Stilsicher fuhr der Typ ein ludengetuntes Mercedes-Cabrio. Spoiler überall da, wo sie sein können, Lederausstattung, die Schlappen waren so dick wie der Sound der Boxen, aus dem unorigineller R&B seierte. So cruisten wir durch die Stadt, beschallten unaufgefordert die vorbeitrabenden Passanten, die uns neugierige Blicke zuwarfen. Ein Fels und ein Strich (im Vergleich), er in weiß, ich in schwarz gekleidet. Wir kamen ins Gespräch, weil die Ärmellehne auf meiner Sitzseite aus der Verankerung gerissen war und da sich der Wagen sonst in ziemlich gelecktem Zustand befand, fragte ich nach dem Grund der Kalamität.

Sein Grinsen breitete sich nun vom einen Ende des gegelten Haaransatzes zum anderen aus. „Ach weiste, wenn du dein Girl mal so richtig von hinten nimmst und sie sich mit letzter Kraft an der Lehne festkrallt, kann auch die Wertarbeit von Mercedes nichts ausrichten. Ich mach denen kein Vorwurf !“ Ein reaktionsheischender Blick traf mich, doch ich war abgelenkt: Irgendwie gruselte es mich bei dem Gedanken, mir das bildlich vorzustellen, denn der rein massenmäßig körperliche Kontrast zwischen ihm und seiner Freundin ließ sich – gelinde gesagt – mit dem zwischen einem Bobby-Car und einem Traktor vergleichen. Aber egal. „Ok, nett, haha..“, erwiderte ich daher nur kurz.

Die heitere Stimmung kippte etwas, als er mich fragte, wie es mir so gehe und was ich gerade so mache. Weil wenige Wochen zuvor meine Mutter verstorben war und ich gemeinsam mit meinen beiden Brüdern gerade damit beschäftigt, allerhand Formalitäten abzuwickeln, gab ich ihm die entsprechende Antwort. Er verstummte zunächst, dann aber konzentrierten wir uns auf den eigentlichen Grund unserer Begegnung, zumal wir mittlerweile angekommen waren.

Kurz darauf trennten sich unsere Wege, der Rechner war nur ein Stück Ware, denn was hängenblieb, war diese nett gerahmte Koinzidenz von Leben und Tod.

dfn

Kategorien: short stories
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Digitales Schlagloch

April 23, 2008 · 1 Kommentar

… ist der Begriff, der mir zu dieser charmanten Spammerfalle einfiel. Schöne Empfehlung für Websitenbetreiber und – wie ich an den tags gerade sehe – Auslöser für die Prägung einer neuen (nur leicht sinnfreien) Steigerungsform für Substantive :-) .

dfn

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Urlaubsmetapher

April 19, 2008 · Kommentar schreiben

Mein Arbeitgeber machte kürzlich schon die Umfrage zur Urlaubsplanung für die Sommermonate, was mich hauptsächlich an mein besonderes Verhältnis zum Thema Urlaub erinnerte – denn da ich die letzten zehn Jahre jobbend in Ausbildungskontexten zugegen war, ist der für viele Menschen gängige Jahresurlaub (bzw. für die Privilegierten: die Mehrfachjahresurlaube) schlicht nicht mein Thema gewesen. Mehr oder minder kuriose Themen waren für mich andere :-) .

Aufgrund chronisch knapper Kasse habe ich eher das ganzjährige Einbinden von Wochenendtrips praktiziert und festgestellt: auch mit wenig Tschuckse lässt sich entspannen, etwas sehen und erleben und seien es – damals aufgrund Beihilfe zu einem Umzug – prickelnde Metropolen wie Wernigerode im Harz (schönes Städtchen by the way).

Für diesen Sommer bin ich noch planlos, außer Jack Johnson auf der Loreley steht noch nix an, was in die Richtung Sommergestaltung geht – das Wetter ist hierfür gerade auch nicht wirklich hilfreich, die Kasse schon gar nicht. Verzweiflung darüber ereilt mich nicht, eine Mischung aus Bescheidenheit und Vorfreude auf andere Zeiten trägt mich durch die Tage.

Das Vorfreudeprinzip operationalisiere ich seit einigen Jahren schon mit einer sehr netten Urlaubsmetapher, der Anblick erinnert mich daran, dass der Trip durch Skandinavien in einem alten 245er Volvo Station Wagon irgendwann Wirklichkeit werden wird (falls es im Jahre 3016 noch alte Volvo Kombis gibt). Hier das Bild:

Geschossen mit einer lausigen Polaroidkamera irgendwo in der Wetterau, ich glaub Rosbach wars, stand dieser Amicamper aus den späten 70er Jahren zum Verkauf. Dooferweise konnte ich die 8000,- Eus nicht aufbringen und begnügte mich daher mit den Aufnahmen. Innen mit Velourspolstern ausgeschlagen (leider keine Bilder davon gemacht), sehr gemütlich und wohnlich rüberkommend, das sehr spartanische Cockpit tat dem positiven Eindruck keinen Abbruch, denn äußerst unklobig und ästethisch wertvoll geschnitten (erinnert mich irgendwie an einen alten Datsun) kommt das Pick-Up-artige Gefährt daher.

Die beiden Bilder begleiteten mich durch die Wohnungen der letzten Jahre und stiften, sobald mein Blick sie streift, wohlige Eindrücke und herzenswärmende Vorfreudegedanken, darüberhinaus aber auch die mahnende Erinnerung, meinen Traum auch einmal zu realisieren – woran ich mehr oder weniger intensiv arbeite ;-) .

dfn

PS: Interessierte oder in ähnlicher Lage Vorfreude Praktizierende können diesen Post gerne als Einladung interpretieren, über ihre Strategien und Metaphern zu schreiben – würde mich sehr interessieren darüber zu lesen, ob und wie das andernorts gestaltet wird !

Kategorien: Alltag
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Nischenblogger – eine Selbstverortung

April 15, 2008 · 2 Kommentare

Vor knapp vier Wochen bin ich ernsthaft in die Blogosphäre eingetaucht (ein vor Jahren bei der Konkurrenz von blogspot unternommener Versuch, der aufgrund ausgeprägter Konzeptlosigkeit aber bald endete, zählt nicht). Zeit also für eine zeitnahe Rückschau und Selbstanalyse. Manche schreiben mit 30 ihre Biografie, ich einen zeitnahen Rückblick :-) .

Meine Ausgangspunkt war bzw. ist noch immer: ich blogge, weil ich drei Dinge mag: Schreiben, Gedanken teilen und etwas Konstruktives tun. Weil das für mich nicht bedeutet, darüber zu schreiben, wie tief Angela Merkels Dekolletee beim Besuch der norwegischen Staatsoper ausgeschnitten war oder wie lange gestern mein Tee gezogen hat – während ich mir die Schuhe zugebunden habe, hat sich schnell die Frequenz des Outputs eingependelt. Jeden Tag fällt mir nix Schreibenswertes ein, also nach dem Lust – und Ideenprinzip vorgehen. Dass ich dabei Posts verzapfe, die die Welt nicht braucht, ist natürlich ein Risiko – die zur Umgehung dieser kreativitätsunförderlichen Wahrnehmung nötigen Scheuklappen hat aber wahrscheinlich jeder bloggende Mensch aufgesteckt, sobald die Finger über die Tastatur huschen – denn das ist ja das Schöne am bloggen: jeder macht sein Ding, im quasi herrschaftsfreien Raum.

Ok, nicht ganz. Nach aufmerksamen Studium der Grundlagenliteratur (einmal dieser und einmal dieser Text) wird deutlich, dass es das Gut Aufmerksamkeit ist – heiß umkämpft und scheinbar kollektiv angestrebt – unter dessen Herrschaft sich der Blogmensch begibt. Also nicht nur Schreiben, sondern fleißig Kommentieren, Trackbacks durch die Welt schicken, wichtige Links setzen und nicht zuletzt Freunde und Verwandte mit der von ihnen wahrscheinlich unbewusst schon ganz kribbelig erwarteten Nachricht konfrontieren, man habe jetzt auch einen Blog. Das hat – je nach Ausrichtung und Zielsetzung – seine Berechtigung und Sinnhaftigkeit. Ich freue mich darüber, wenn die Seitenstatistik anzeigt, dass Menschen gelegten Spuren (i.e. tags) folgen und meinen Kram evtl. sogar lesen (außer die vier Auserwählten, denen ich die URL geschickt habe, fürstliche Bestechungsgelder für ausschweifende Schmausereien zahle und von daher WEIß, dass sie regelmäßig da sind ) – ich schreibe zwar zur eigenen Freude, möchte dabei idealiter aber auch unterhalten oder anregen. Muss ich mich dazu expressis verbis verorten ? Natürlich nicht, aber ich kam auf die Idee, bei gleichzeitigem Erstaunen über Schubladenkompatibilität.

Denn dem o.g. Text von Robert Basic entnahm ich den schönen Begriff des „Nischenbloggers“ und der blieb irgendwie hängen. Ich mag daran die Implikation eines altruistisch-bescheidenen Bloggertums – in meiner Interpretation: nicht um jeden Preis sinnfreie Posts raushauen, auf einen gewissen Mehrwert achten (und sei es nur ein Verweis oder Link), mehr als zwei Zeilen veröffentlichen und auch: den Claim abstecken, innerhalb dessen profunde Urteile überhaupt gefällt werden können (daher schweige ich zu vielem ;-) ). All das gewürzt (und die Nischenbloggerdefinition ergänzt) mit einer Prise „understatement“ – finden lassen, anstatt zu posen, Spuren legen anstatt Flächen zu füllen, bedächtig statt krachig und pointiert statt langatmig. Deshalb hier auch der Schlusspunkt.

dfn

Nachtrag:

Schlusspunkt hin oder her: nicht unerwähnt bleiben darf auch die Entdecker- und Friemelfreude an der Seite zu basteln, sprich die Sidebar mittels Widgetjonglage so zu justieren, wie andere ihren Wagen tunen (ein Bereich, in dem ich wenig mithalten kann, betreibe diesbezüglich eher Abwärtstuning :-) ) und was auch andere hier im WordPressorbit sympathisch dokumentieren.

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Prinzipientreue

April 11, 2008 · Kommentar schreiben

Prinzipien sind eine feine Sache – sie grundieren uns im Alltag, geben Orientierung und Halt und strahlen unter Umständen auch auf unsere Umwelt ab, positiv wie negativ. Das gilt natürlich auch für Christen. Dieser Bruder macht vor, was es heißt, prinzipiengeleitet zu leben [ gelesen bei Streetgirl ] :

Religiös

Der Kunde gestern war nicht weiter erwähnenswert, abgesehen von seiner Begründung für die Terminwahl:

„Eigentlich wollte ich Dich schon seit Tagen mal wieder einladen, aber es passte irgendwie nie. In der Woche hatte ich jede Menge Arbeit und am Samstag kam die ganze Familie bis zum Montag. Blieb nur der Karfreitag, aber ich bin sehr religiös und an dem Tag eine Sünde zu begehen, an dem Jesus mit Christus gekreuzt (sic !) wurde, das ging einfach nicht.“

Nun geht es mir nicht darum, „den ersten Stein zu werfen“ (der Typ bräuchte eher Gespräche als Steine), vielmehr finde ich den zur Schau gestellten Pragmatismus im Umgang mit Sünde beachtenswert und die Story deshalb zitationswürdig. Das Beispiel ist einigermaßen drastisch, ich weiß, und auch die von der (wahrscheinlichen) Unehrlichkeit betroffene Familie ist in keiner beneidenswerten Lage. Um ehrlich zu sein, kann ich bei solchen Heuchlern nicht verstehen, warum sie nicht so konsequent sind und Singles bleiben (ich ahne warum sies meist nicht tun, wünschenswert wäre es aber doch).

Aber die Story ist exemplarisch für die egozentrische Interpretation eines (Glaubens)-Prinzips, wie es gerade der christliche Glaube ermöglicht: jede Sünde kann vergeben werden (außer die wider den Heiligen Geist, vgl. Matthäus 12,31), die „Gnade ist jeden Tag neu“ und ich schätze mal, der ehrliche und reflektierte Christenmensch weiß um seinen eigenen Pragmatismus im Umgang mit Sünde sehr genau Bescheid, zumindest wünsche ich ihm/ihr dies, weil es bigottes und unnötiges Pharisäertum unterbinden kann. Damit will ich das obige Verhalten nicht gutheißen (adäquate Reaktion ist doch ein verwundertes: „wie abgefeimt kann man Christ sein ?“), aber die Story fungierte doch als Reminder für das o.g. Prinzip.

Allerdings sollte unser Nachfolgeverständnis auch nicht davon geprägt sein, Sünde dauerhaft in unserem Alltagsverhalten zu institutionalisieren, so dass ich dem Menschen unbekannterweise auch nur zuschreiben kann: Repent, brother ! Denn wie heißt es so schön in einem anderen Kontext (aber mit paradigmatischem Charakter): „Jesus aber sprach: So verdamme ich dich auch nicht; gehe hin und sündige fortan nicht mehr.“ (Johannes 8,11).

„Repentance is a grace of God´s Spirit whereby a sinner is inwardly humbled and visibly reformed“ [Thomas J. Watson, Sr.]

Mit dem Wort zum Sonntag schon am Freitag,

dfn

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gelungene Formulierungen

April 9, 2008 · Kommentar schreiben

… erfreuen mich immer wieder. Als Anhänger anglophiler Audioästhetik teile ich hier mal zwei:

I couldn´t even begin to think knowing about how to answer that question

[Quelle: der grandiose Royal Tenenbaums -Film von Wes Anderson, Szene: Margot Tenenbaum antwortet auf die Frage ihres Mannes, ob sie einen anderen liebt ]

  • Der Charme: unauffällig auffälliges Zeitschinden, bei gleichzeitiger Volltransparenz (i.e. Ertapptheit)
  • Verwendungsvorschlag: alle Seiten, die ein „über mich“ erfragen

We’re talking direct brain-to-page transmission here !

[Quelle: Todd Lavoie rezensiert die Biographie von Rick James auf Noise ]

  • Der Charme: viel netter als die klassische „erst denken, dann reden“-Redensart
  • Verwendungsvorschlag: für den stilvollen Ausdruck von Empörung über unausgegorene Sprachproduktion

dfn

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bedacht schön schenken

April 8, 2008 · 2 Kommentare

Frisch inspiriert vom Wochenende – Wer kennt das nicht: der Geburtstag naht, die Leute fragen „und, was wünscht du dir Feines ?“, haben dann aber keine Böcke sich wirklich eingängig mit den Vorschlägen zu befassen, geschweige denn, sie auch zu besorgen oder gar einzupacken. Oder aber, die konkreten Vorschläge bleiben aus und planlos werden Dinge besorgt, die man am Tag nach dem Geburtstag bei Ebay ersteigern kann.

Dabei ist Schenken etwas sehr nettes (was auch nicht unbedingt auf Geburtstage beschränkt bleiben muss) und Menschen freuen sich darüber, unerwartet ein Item vom Amazon-Wunschzettel nehmen zu können – (schönes Bsp. im WordPress-Kosmos ). Warum Ihnen diese spontane Freude nicht machen ?

Aber zurück zum Thema. Hier eine kleine Auswahl handverlesener Adressen die evtl. als Entscheidungs- und Überwindungshilfen dienen können. Weniger ist mehr, Qualität geht vor Ramsch und ok, mehr als Bücher, Musik, Filme, sinnvolle Gebrauchsgegenstände und geschmackvolle Genussgegenstände brauchts ja auch nicht zum Konsumentenleben – memento: simplify !

1. Bücher, Musik und Filme

Klassikergeschenke, klar, wer erfreut sich nicht an ihnen ?

Amazon ermöglicht nach wie vor die bequemste Abwicklung, für antiquarische, ältere oder fremdsprachige Perlen empfiehlt es sich aber auch, bei der Konkurrenz vorbeizuschauen, z.b. in Gestalt von booklooker , dem ZVAB oder dem English Book Service.

2. Sinnvolle Alltagsgegenstände

Praktisches und Schönes für Körper, Zimmer, Haus und Hof

Erste Adresse seit vielen Jahren ist sicherlich Manufactum (Tipp: Katalog anfordern, die Produktbeschreibungen sind so poetisch, macht schon das Lesen Spaß), ähnliche Anbieter sind
Torquato oder auch Pro-Idee (wobei deren Katalog ne echt trashige Aufmachung hat, hier empfiehlt sich eher die Netzrecherche :-) ). Zu erwähnen ist natürlich auch die Designperspektive von Ikarus. Nicht immer günstig all das, aber Qualität rechnet sich ja auch erst auf Dauer.

3. Geschmackvolle Genussmittel

Ja ja, expressis verbis zu verstehen – für Liebhaber von Tee, Spirituosen und netten Accessoires

The British Shop bietet, wie es der Name irgendwie vermuten lässt, allerhand Waren aus Großbritannien. Klamotten, Accessoires, Tee, Esswaren und ausgewählte alkoholische Erzeugnisse in allen Preisklassen – cave: Perlentauchen nötig ;-) .

4. Schreibwarenaccessoires und Postkarten

Es braucht ja auch das Begleitequipment, um die Präsente nicht nackert darzureichen. Eine originelle Postkarte ist oft schon das halbe Geschenk, mindestens aber ein geschmackvoller Botschafter. Originelle und dabei noch ästhetisch ansprechende Postkarten gibts in sorgsam sortierten Läden, in Gießen ist das Punkt und Strich. Solch ein Glück ist aber nicht jedem gegönnt, sehr schöne Karten ( + mehr ) finden sich im Netz z.b. bei Inkognito. Sehr feine Dinge gibts außerdem beim Moses-Verlag, z.b. die genialen „ex libris“-Stempel. Den bookchair habe ich auf diesen Seiten ja schon mal gelobhudelt. Nun ja, man merkt, dass ich ein ausgemachter Buchfreund bin.

Soweit mal diese kleine Liste, korrespondierende Anregungen sind natürlich willkommen !

Viel Spaß beim Recherchieren,

dfn

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Kaschmirkrawatte

April 7, 2008 · 2 Kommentare

Familienfeier in der Heimat

zwölfhundert Kilometer hin und zurück

Sonnenscheinmusik von Solea täuscht nicht darüber hinweg:

das Wetter ist mies und die Sonne nicht da.

Die Stimmung aber ist gut

weil wir da sind

und sie mein Herz bewohnt.

Vor Ort Erwartungshaltungen und gefügte Rollen

gefügt auch die Beziehungsstrukturen

bestimmen das Handeln der Akteure

symptomatisch ihre Strategien

Familienfeier halt.

Er sitzt, schaut, lauscht und redet

spürt die Krawatte um seinen Hals

trägt sie zum ersten Mal.

Dafür gleich ein Gedicht ?

fragt er sich auch

doch warum nicht

dfn

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„simplify your life“ = complexify your strive ?

April 3, 2008 · 3 Kommentare

Ein wohlmeinender Freund reichte mir jüngst einen email-Newsletter der „simplify“-Macher weiter. Weil ich gerade zu tun hatte, klickte ich auf „Drucken“, ging Tee kochen, aufs Klo und warf mir – grippebedingt – die Tagesration Medizin ein. Als ich zurückkam, druckte es immer noch: erst die 13. von 20 Seiten ? Hm. Sollte es nicht um Vereinfachung gehen ? Können bzw. sollten gute Gedanken – zumal in einem NEWSLETTER – nicht in der berühmten Nussschale präsentiert werden ?

Bei späterem Lesen bestätigten sich erste Befürchtungen, denn rund 3/4 des Textes waren Lobpreisungen der simplify-Methode. Tenor: „finde Lebensglück“, „genieße ein Leben ohne Ängste und Sorgen“ mit „simplify“ ! 10 Paar Socken im Schrank ? What ? Du brauchst nur fünf ! Geschirr, Hemden, Finanzen, Beziehungen -mutatis mutandis- dito ! Das Nervige: warum wird die Botschaft alle paar Zeilen wiederholt ? Bin ich debil ? Die Penetranz der suggestiven Verkaufsargumentation ist kaum auszuhalten. Eigentlich schade, denn verschüttet im Universum des gedruckten Verbalspams sind ja nicht unkluge und unberechtigte Ideen zur tatsächlichen Vereinfachung von Leben enthalten und natürlich sind Dankbarkeit, Gelassenheit, Glück und Zufriedenheit absolut erstrebenswerte Güter bzw. Seinszustände.

Aber die erschließt man sich angesichts einer solchen Präsentationsform wohl besser andernorts – denn Vereinfachung impliziert in meinen Begriffen Geduld, Muße, Originalität & Individualität und eben nicht die schulmäßig verplante, durchorganisiert bevormundende Strukturierung von Veränderung im Abarbeitsmodus. Die Einspeisung bzw. das Ausschlachten von Lebenshilfen in bzw. durch die Mühlen der Profitmaschinerie verwurstet und verorganisiert annehmbare Ideen derart, dass simplify-Konsumenten mitunter einem famosen Paradoxon begegnen: bedürftig (oder: konditioniert) nach Vereinfachung wird ihnen ein so komplexes Aufgabenpaket serviert, dass der Zeitaufwand zum Entrümpeln bzw. der Identifikation wirklich guter Infos (von der UMSETZUNG ganz zu schweigen) vielleicht doch besser ins Socken (30 Paar !) sortieren investiert werden sollte. Denn dabei hat man Muße zum Nachdenken, z.b. über Kants Diktum „sapere aude “ ;-) .

complexify – evolve ( alternativ ) !

dfn

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Großzügig Autofahren

April 1, 2008 · 3 Kommentare

…assoziiert man meist mit ausladenden Modellen, die den begeisterten Fahrer mit wohligem Komfort umhüllen, ihm oder ihr ein Cockpit, bzw. wies so schön heißt, einen „Arbeitsplatz“ von erhabenener Räumlichkeit und Funktionalität bieten, kurzum: einen fahrenden Thron mutterbauchähnlicher Heimeligkeit mit allerlei Schnickschnack. Aber großzügig geht auch anders.

Da saß ich neulich friedlich am Schreibtisch und arbeitete konzentriert vor mich hin, als ich ein lautes Schrammeln hörte, kurz darauf klingelte es an meiner Tür. Dort angekommen, erschloss sich mir ad hoc der Sachverhalt: eine Kundin des gegenüber liegenden Kindermodenladens hatte die Rangierfähigkeit ihres Tourans überschätzt und war an meiner Möhre hängengeblieben, der Abrieb meiner Stoßstange war quer über die Seite des Touran zu sehen. Die Reparatur dieses Riesenkratzers würde wohl einige Penunzen erfordern, dachte ich und machte wg. meinem Schaden keine Anstalten zwecks Kompensation. Ok, wollte auch in Ruhe weiterarbeiten und da neige ich dazu, keinen Terz wg. Lappalien zu machen ;-) .

Dennoch erfreute ich mich ein weiteres Mal an meinem Wagen – einem 20 Jahre alten 2er Golf, der mir uneitles, unaufwendiges und eben großzügiges Autofahren erlaubt. Und das schon seit mittlerweile zehn Jahren. Während dieser Zeit wurde er mir zweimal geklaut (und zweimal wieder aufgefunden :-) ), häufig verschrammt und zerkratzt, kleine Unfälle kamen dazu. Aber alles ließ sich mehr oder weniger aufwendig fixen – ist eine feine Sache, bescheiden sagen zu können: „Mehr Auto brauche ich nicht“, oder ?

Aufnahme von der Sonnenseite (einer, hehe):

2er Golf

schönen Tag !

dfn

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