Prinzipien sind eine feine Sache – sie grundieren uns im Alltag, geben Orientierung und Halt und strahlen unter Umständen auch auf unsere Umwelt ab, positiv wie negativ. Das gilt natürlich auch für Christen. Dieser Bruder macht vor, was es heißt, prinzipiengeleitet zu leben [ gelesen bei Streetgirl ] :
Religiös
Der Kunde gestern war nicht weiter erwähnenswert, abgesehen von seiner Begründung für die Terminwahl:
„Eigentlich wollte ich Dich schon seit Tagen mal wieder einladen, aber es passte irgendwie nie. In der Woche hatte ich jede Menge Arbeit und am Samstag kam die ganze Familie bis zum Montag. Blieb nur der Karfreitag, aber ich bin sehr religiös und an dem Tag eine Sünde zu begehen, an dem Jesus mit Christus gekreuzt (sic !) wurde, das ging einfach nicht.“
Nun geht es mir nicht darum, „den ersten Stein zu werfen“ (der Typ bräuchte eher Gespräche als Steine), vielmehr finde ich den zur Schau gestellten Pragmatismus im Umgang mit Sünde beachtenswert und die Story deshalb zitationswürdig. Das Beispiel ist einigermaßen drastisch, ich weiß, und auch die von der (wahrscheinlichen) Unehrlichkeit betroffene Familie ist in keiner beneidenswerten Lage. Um ehrlich zu sein, kann ich bei solchen Heuchlern nicht verstehen, warum sie nicht so konsequent sind und Singles bleiben (ich ahne warum sies meist nicht tun, wünschenswert wäre es aber doch).
Aber die Story ist exemplarisch für die egozentrische Interpretation eines (Glaubens)-Prinzips, wie es gerade der christliche Glaube ermöglicht: jede Sünde kann vergeben werden (außer die wider den Heiligen Geist, vgl. Matthäus 12,31), die „Gnade ist jeden Tag neu“ und ich schätze mal, der ehrliche und reflektierte Christenmensch weiß um seinen eigenen Pragmatismus im Umgang mit Sünde sehr genau Bescheid, zumindest wünsche ich ihm/ihr dies, weil es bigottes und unnötiges Pharisäertum unterbinden kann. Damit will ich das obige Verhalten nicht gutheißen (adäquate Reaktion ist doch ein verwundertes: „wie abgefeimt kann man Christ sein ?“), aber die Story fungierte doch als Reminder für das o.g. Prinzip.
Allerdings sollte unser Nachfolgeverständnis auch nicht davon geprägt sein, Sünde dauerhaft in unserem Alltagsverhalten zu institutionalisieren, so dass ich dem Menschen unbekannterweise auch nur zuschreiben kann: Repent, brother ! Denn wie heißt es so schön in einem anderen Kontext (aber mit paradigmatischem Charakter): „Jesus aber sprach: So verdamme ich dich auch nicht; gehe hin und sündige fortan nicht mehr.“ (Johannes 8,11).
„Repentance is a grace of God´s Spirit whereby a sinner is inwardly humbled and visibly reformed“ [Thomas J. Watson, Sr.]
Mit dem Wort zum Sonntag schon am Freitag,



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