Yeah ! Neulich noch stolz darauf hingewiesen, schon seit unglaublichen SECHS Tagen rauchfrei zu sein, erblickte ich kürzlich auf meinem motivationsstimulierenden Rauchfreibegleitungskalender [den es übrigens hier gibt] diesen netten Glückwunsch zu einem ersten Etappenziel:

Blicke ich zurück, stelle ich einige durchaus positive Veränderungen fest:
1. Schon nach wenigen Tagen fühlte ich mich, als wäre ein unsichtbarer Trägheitsschleier von mir genommen worden. Obwohl es mitnichten der Realität entsprach, dachte ich, ich hätte ein paar Kilo abgenommen.
2. Als 1A-Substitut für den Nikotinentzug erwiesen sich Nicotinell-LUTSCHtabletten [muss man in der Apotheke nach fragen, da die meisten nur die Kaugummis anbieten]. Der seligmachende Stoff wird über einen Zeitraum von einer halben Stunde im Blutkreislauf verteilt, sehr smooth geschieht das, nicht so brachial wie bei den Kaugummis.
3. Nach fast 40 Tagen konnte ich das Nikotin auch sukzessive ausschleichen – wer also eine Drittel Packung haben mag, hinterlasse Name und Anschrift, die Sendung geht aufs Haus.
4. Nach fast zwei Monaten wandelten sich auch habituelle Muster zum Neuen – vorbei die Zeiten, als ich vor einer Klasse stand, der Schüler in der ersten Reihe auf meine linke Hand starrte und fragte: „Herr L, warum halten sie die Kreide wie eine Zigarette ?“
5. Ironischerweise bin ich ganz dankbar, dass meine Mundflora nicht mehr nach einer Mischung aus Gülle, Schmodder und Ranz duftet. Vor allem, wenn man nichtrauchenden Menschen (wie z.b. kleinen Schülern) nahe kommt, ist das nicht unpassend.
6. Mancher Mythos wurde allerdings auch gebrochen: beim Fußball spielen hab ich fast genauso wenig Kondition wie als Raucher, zumindest hier scheint es keinen Zusammenhang zu geben – weshalb ich auch lieber Badminton spiele, denn da gehts.
Dies alles ist kein Grund für die Geburt eines neuen Missionars, dafür hab ich auch gerne geraucht, vor allem, weil es so leckeren Tabak gibt. Außerdem ist die Psycho-Hürde die weitaus härtere, nach sieben Jahren wieder anzufangen, ein Klacks. Zudem freue ich mich jetzt schon auf die Don-Stefano-Zigarre zum 2. Staatsexamen [und das ist im Sommer !].
Aber wie sagte ein Bekannter neulich auf einer Grillfete, als ich ihm – mit einer Kippe in der Hand – von meinen Plänen erzählte und all die pro und contras abwog: „Stefan, du musst dich von der Liebe leiten lassen, alles andere ist scheißegal !“ Und ja, er sprach mir aus der Seele.