sukzessive entwicklung zum guten

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50eus

Mai 29, 2009 · Kommentar schreiben

Neulich hab ich meinen alten Wagen abgemeldet. Nein, nicht wegen des neuen Volkszwangs „Abwrackprämie“, sondern weil er wirklich alt war. Und die Bremsen kaputt, d.h. auf einer Seite nicht mehr da, auf der anderen noch ein wenig. Vorausschauend fahren und mit Kupplung bremsen erschien mir dauerhaft zu nervig.  Für ein halbes Jahr TüV nochmal über 150,- Mäuse zu investieren sinnfrei.  Der Typ in der Werkstatt, der mir kostenlos den Bremsencheck machte, war einer Übernahme nicht abgeneigt. Für 50,-. Irgendwie kurioses Gefühl: für 50,- geht man mal lecker essen, kauft zwei Fachbücher und bekommt noch nicht mal ein anständiges Hemd.

Es folgten die sentimentalen Backflashs. Grausam. Ich hatte den Wagen über zehn Jahre in Besitz, er und meine Email-Adresse bildeten die einzigen Konstanten dieser Dekade. Er ermöglichte großzügiges Autofahren der anderen Art. Und nun trennten sich unsere Wege für immer. Oh Weltschmerz.

Ok, um ehrlich zu sein, war das nur ein Gedanke. Die Ratio obsiegte [wer will schon in einem potentiellen Sarg unterwegs sein ? Da hört die Liebe auf !] und schließlich bin ich auch kein „Men´s Health“-Leser, der Autobesitz als libidinöse Beziehung begreift und die Trennung vom zweitbesten Stück möglicherweise mit einer Todesanzeige und einem Glas Vermouth begehen würde.

Und Fuffi hin oder her, die Zeiten sind hart, ist besser als nichts. Skurril aber das Windemanöver des Werkstattbesitzers, als ich eines Tages aufschlug, ihm den Schlüssel und die Papiere reichte, aber noch eine Quittung haben wollte (wer wusste schon, wo die Möhre irgendwann landen würde ?).  Den Dialog zu kolportieren wird hier aus personenrechtlichen Gründen hinterlassen :-) , am Ende hatten wir beide was wir wollten.

Fröhlich lud ich meine Freundin zum Essen ein.

Kategorien: short stories
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zeitgeschichte selbstgemacht

Mai 22, 2009 · 7 Kommentare

Als „frequent recycler“ von Ringordnern stolperte ich neulich über ein besonders schönes Exemplar, datiert auf das jahr 1994.  Es weist den Besitzer als Liebhaber grandioser Bands aus – Dag Nasty, Lemonheads, De La Soul, No FX -  einige Skatereferenzen  – Santa Monica Airlines, Zorlac Boards, Trasher Magazine, Santa Cruz – geben dezente Hinweise auf die eigentlichen Prioritäten des vermutlich sehr schulgelangweilten Logo-Künstlers.

Für mich ist der Ordner sowohl Produkt der wie auch Metapher  für die „Kunst der schulischen Nichtaufmerksamkeit“, wie ich das mal nenne: eine große konstruktive Kompensationsleistung einer durch faden Unterricht evozierten Langeweile.  Der Ordner erinnerte mich an ein wohl legendäres Matheheft, dass ich während eines Kurshalbjahres kreiierte, als ich im Unterricht nichts blickte, das Schäkern mit der Sitznachbarin irgendwann langweilig wurde und der Lehrer mir durch seine Provokationen auf die Nerven ging. Also zog ich mich zurück und malte – und zwar so umfassend, so kunstvoll, dass besagte Nachbarin das Heft am Ende des Schuljahres unbedingt mitnehmen wollte.  Ich wusste zwar nicht, was sie mit all den Bandnamen und Songtexten anfangen wollte, aber ich erfüllte ihr den Wunsch, nachdem ich noch schnell mein „fecit“ druntergesetzt hatte.

Dies alles spontan erinnert beim Anblick des besagten Ordners, der Grund es zu posten ist auch Neugierde: Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht oder besitzt möglicherweise sogar noch Belege und ergänzt oder postet sie ?

Als Startpunkt hier das erwähnte Exponat:

zeitgeschichteselbstgemacht

Lasst von euch Lesen und Gucken :-)

Kategorien: Alltag
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