Mit den Tags ‘Lesen’ versehene Einträge
Ein Post für die Kategorie „kindliche Freude an schönen Oberflächen“, um nicht zu sagen „Oberflächenästhetik“. Heute: ex libris-Stempel. Völlig unnötige Besitzmarkierungen für Angeber, mögen die Einen sagen. Bücher kommen und gehen, je weniger Spuren sie dann aufweisen, umso besser. Oder: sie kommen und bleiben, füllen schmucke Paschen-Regalwände und flößen dem affinen Beobachter Respekt oder Freude ein.
Bei mir ist es letzteres, was vor allem damit zusammenhängt, dass in Büchern soviel Sinnvolles, Schönes und Unterhaltsames zu finden sein kann. Außerdem hat es einen gewissen Charme, wenn, wie mir vor Jahren begegnet, der Buchbestand einer Unibibliothek mit den Beständen ehemaliger Professoren bestückt ist, die sich post mortem mit stilisiertem Konterfrei-Stempel der Nachwelt empfehlen. Eine nette Momentaufnahme und ein Stück Geschichte. Nicht weniger charmant ist es, bei gebrauchten Büchern eine ganze Armada von Einträgen und ex-libris Stempeln vorzufinden, auch hier die Möglichkeit interpretierter Geschichte: wer hat wohl was aus dem betreffenden Buch mitgenommen ?
Spuren legen, folgen und interpretieren ist es also, was mir daran gefällt (was mich auch beim Bloggen motiviert), mehr als nur Anstreichungen in Büchern vorzufinden. Wenn die Einträge dann auch noch aus kryptischen Unterschriften bestehen, ist die Momentinterpretationsrätselfreude garantiert. Daher gehe ich mit gutem Beispiel voran (innerhalb des sehr speziellen Mikrokosmos´ einer solcher Wahrnehmung
) und teile ein Beispiel (der Stempel kommt aus dem Hause Moses-Verlag):

Wer mag, nehme es auf und teile seine/ihre liebste Buchbesitzästhetikvariante – über einen kurzen Link-Bescheid freue ich mich !
Schönen Tag !
dfn
Kategorien: Alltag · Stöckchen · schöne Produkte
Mit Tag(s) versehen: Bücher, Buchbesitzästhetik, ex-libris Stempel, Lesen
Zahllose Bücher erscheinen ständig, aber nicht immer bestechen sie durch eine gelungene oder gar schöne Aufmachung. Puristisches Corporate-Design wie z.b. bei den verschiedenen „Suhrkamp“-Reihen ist eine angenehme ästhetische Anti-These zur schrillen Gestaltung vieler Werke. Aber es geht doch schöner. Hier ein Beispiel:
Der Freiburger orange-press-Verlag hat ein sehr liebevolles Händchen bei der Gestaltung seiner Bücher. Letzten Herbst erschien dort Edward Bernays Klassiker „Propaganda“, das Schlüsselwerk zur Begründung der „Public Relations“. Die Edition aus dem Hause orange press macht dieses Werk erstmalig in deutscher Übersetzung verfügbar und es ist sehr lobenswert, dass der Verlag Bernays´ Werk nicht unkommentiert, sondern mit einem brillanten Nachwort des Medienwissenschaftlers Mark Crispin Miller versehen hat, der sich kritisch mit seinem Rezeptionsobjekt auseinandersetzt – Zitat: „Dass Propaganda selbst diejenigen leicht verführt, die die größte Abneigung ihr gegenüber empfinden, ist ein Paradoxon, das Bernays vollständig überblickte; und eines, das wir zumindest versuchen müssen zu verstehen, wenn wir die Welt verändern wollen, die Edward Bernays zusammen mit anderen für uns geschaffen hat (S. 156).“
Doch dieses überaus lesenswerte Buch ist auch ein visueller Genuss. Selten habe ich ein Produkt in der Hand, dessen Aufmachung mich so begeistert, dass ich es einfach nur ansehen kann und mich am Anblick und der Gestaltung erfreue. Anders bei „Propaganda“. Die Farbgebung ist schlicht – weißer Rand, schwarze Füllung, silberne und orangene Schriftzüge u.a. in Pixeloptik – aber packend. Die hochwertige Klappenbroschur ist ein haptisches Vergnügen, Layout und Format (15×20cm) ein absoluter Treffer. Schön, wenn Inhalt und Form eine so treffliche Symbiose eingehen !
Objekt der Lobhudelei:

post scriptum: halte mich sonst eher am Inhalt auf
Kategorien: Sinnvolle Produkte · schöne Produkte
Mit Tag(s) versehen: Buchdesign, Edward Bernays, Lesen, orange press, Propaganda
Ich habe keinen Fernseher und genieße das sehr. Kein unnötiger Visualmüll, der sich in den Synapsen meines Hirns festsetzt, die Erfahrung einer wohltuenden Entschleunigung meiner Alltagswahrnehmung, viel Zeit um sinnvolle Dinge zu tun und auch keine GEZ-Gebühren für Formate, deren Lausigkeitslevel jeglicher Subventionsnotwendigkeit spottet. Der Blick in die Welt lässt sich mittels einer und/oder ergänzenden Qualitätszeitung sehr angenehm gestalten.
Dies verblüfft nur noch die Marketingmenschen, die mich gelegentlich telefonisch zu diversen Formaten befragen wollen, ansonsten treffe ich häufig auf jene, die ein solches Medienverhalten sehr gut nachempfinden können. Nichtsdestotrotz ist die Freude am bewegten Bild ein (anerzogener ?) notwendiger Reiz, dem unterschiedlich begegnet werden kann: Bewusst ausgewählte Filme schauen anstatt dem kritiklosen Massenkonsum zu fröhnen ist ein Beispiel.
Ein anderes – und hier komm ich mal zum Thema, bevor du dich fragst, was der Onkel hier so rumschwadroniert – ist natürlich Netzfernsehen. Die Fülle ist mächtig, von nerviger Werbung bleibt man auch hier nicht verschont. Aus der Masse der Angebote will ich eines herausgreifen, die mittlerweile recht hypigen TED talks. Geboten werden mehr oder minder kurze Vorträge zu und aus den Themenbereichen Technik, Kultur, Design in zumeist recht ansprechender Vortragsqualität (persönlicher Tipp: die Performances von Rives). Die Seite ist mittlerweile sehr gut strukturiert und lediglich die Werbung des Partners BMW gilt es vor jedem Video kurz auszuhalten.
Daher als Empfehlung für alle, die die Seite noch nicht kennen: vorbeischauen, auf ansprechendem Niveau unterhalten, inspirieren, motivieren, herausfordern lassen und wohldosiert Fernsehen
!
Kategorien: Netzempfehlungen
Mit Tag(s) versehen: Bildungsfernsehen, Entschleunigung, Lesen, TED talks