sukzessive entwicklung zum guten

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ein interessanter job

September 16, 2008 · Kommentar schreiben

In der aktuellen Salzkorn-Ausgabe spricht der Designer und Softwareentwickler Carsten Waldeck in einem Interview von dem bahnbrechenden Charakteristikum des (kommenden) Web 3.0, i.e. dem „semantic web“ – der Fähigkeit „des Internets“, den Sinn hinter Suchanfragen zu ermitteln und entsprechend passgenaue Resultate zu liefern.

Das erinnerte mich sehr an meine Tätigkeit als quality rater für Google, wo es unter anderem darum ging, eben diesen Sinngehalt zu generieren, indem in mühevoller manueller Kleinarbeit Begriffe mit sinnvollen Interpretationen von den weniger sinnvollen, eben automatisch erzeugten Bedeutungen getrennt wurden. Es erinnerte mich außerdem daran, dass ich den quality rater-Job mal bloggen wollte, weniger in Hinblick auf das Spektrum interessierter SEO-Blogger, denn als Job-Alternative für Interessierte.

Eine recht gute Beschreibung der Kerntätigkeit findet sich hier, allerdings wurde die Arbeit im Verlauf  vielschichtiger und umfasste auch die Bewertung von Produkten, Videos, das Gestalten (Korrekturlesen und Übersetzen) von Snippets, die Arbeit mit Karten u.a.. Doch  Vielschichtigkeit hin oder her, nach der Eingewöhnung kam die Routine und mit der Routine der Eindruck, man verrichtet digitale Fließbandarbeit.

Dafür allerdings arbeitet man von zu Hause aus (der DSL-Zugang ist u.a. Bedingung für den Job), kann sich die Zeit frei einteilen und lernt das Internet mehr oder weniger von vorne bis hinten kennen, sprich: lernt eine Menge dazu ! Schattenseite: es gibt natürlich auch Orte, wo man eigentlich nicht hinkommen mag ( Pornoseiten, Spamhalden, Malware-Seiten), allerdings ist es hinsichtlich letztgenannter Seiten ganz schön, wenn man beim Surfen über die „google malware“-Warnungen stolpert und dann eine gewisse Sinnhaftigkeit hinter der Arbeit entdeckt :-) .

Weil der Job einem NDA (Non-Disclosure-Agreement) unterliegt, ist man während der aktiven Tätigkeit einem Schweigegelübde verpflichtet, was unter anderem dazu führt, dass sich die weltweit tätigen quality rater nur kryptisch äußern können, wenns um das Diskutieren des Jobs geht, vgl. z.b. die Untergruppe der moneymakersgroup zu Lionbridge Technologies.

Das verweist auch schon auf meinen ehemaligen Arbeitgeber, denn viele quality rater sind über externe Dienstleister tätig und Lionbridge ist einer davon (wo der Job „Internet Assessor“ heißt). Im Folgenden dazu einige Infos für all diejenigen, für die ein solcher Job in Betracht kommen könnte, zumal Lionbridge permanent rekrutiert und man sich über die Firmenseite für das jeweilige Land bewerben kann (memento: Geschäftssprache ist Englisch).

Zum Auswahlverfahren: dies beinhaltet eine recht aufwendige – aber bei guter Vorbereitung problemlos machbare – Prüfung, die zudem auch schon gut in die eigentliche Tätigkeit einführt. Während dieser Phase wird auch schon das NDA unterzeichnet, da man sich mit internen Materialien (die man zugesandt bekommt) auf die Prüfung vorbereitet. Insgesamt wird man sehr gut equipped und sollte als grundsätzliche Voraussetzungen neben fließendem Englisch, einem DSL-Anschluss auch noch grundlegende Internet- und kulturelle Kenntnisse mitbringen (was sich, wenn man mit offenen Augen durchs Leben geht, schon erledigt hat).

Ist man dann „on board“, wird man mit allen Infos versorgt, die es braucht, um diesen rein netzbasierten Job erfolgreich zu betreiben. Was man jedoch erst spät erfährt (eben nachdem man es ins Programm geschafft hat): die erste Gehaltszahlung erfolgt erst nach 60 (!) Tagen, und zwar Arbeitstagen. Ergo ist ein finanzieller Puffer für die Zwischenzeit nicht unwichtig. Hats sich einmal eingespielt erfolgt die Bezahlung problemlos, im Klaren sollte man sich darüber sein, dass die eigene Performance in monatlichen Evaluierungen auf den Prüfstand gestellt wird (nach der Einarbeitungszeit), zum Chillen ist der Job also nicht geeignet. Der Umgang der Ansprechpartnerinnen und -partner ist fair, einigermaßen fix und lösungsorientiert. Pro Arbeitsstunde gibt es für deutsche rater bei Lionbridge 13,90, die netto überwiesen werden (solang man kein Gewerbe angemeldet hat).

Von all meinen bisherigen Jobs (die ich hier mal rekapituliert hatte) war es der bislang beste, daher diese Infosammlung und Empfehlung an alle Jobsuchenden, probiert es aus, evtl. ists auch etwas für dich (als Nebenjob, wohlgemerkt :-) – denn wirklich kreativ ist der Job nun auch wieder nicht, so dass z.b. dieses Blog während meiner rater-Zeit entstand)

good night and good luck !

Ergänzung am 28. Mai 2009:

Da dieser Post immer wieder in der Blogstatistik unter „top suchen“ auftaucht, interessiert mich mal:

Kategorien: Alltag · Netzempfehlungen
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a (my) short history of sidejobbing

Juni 27, 2008 · Kommentar schreiben

Ab dem 01.08.2008 werde ich das Lehramtsreferendariat aufnehmen und damit auch die voraussichtlich LETZTE Ausbildungsstation meines Berufslebens angehen. Vorfreude, Spannung und etwas Aufgeregtheit machen sich breit, aber auch Erleichterung darüber, mich einmal ausschließlich auf ein Projekt konzentrieren zu können, ohne nebenher noch zu jobben.  Ist fast das Beste an der ganzen Geschichte (die ja noch genug andere Herausforderungen bereithalten wird). Als Freund der Zäsur heißt es daher: dankbar zwanzig Jahre Revue passieren lassen, nicht episch, sondern prosaisch – mal sehen, was ich alles erinnere.

Sonntagszeitungen und Postwurfsendungen verteilt. In Wohnanlagen Rasen gemäht und Hecken geschnitten. Gelände und Gebäude entrümpelt. Regale aufgefüllt und Waren gezählt. Hooka geschmaucht und Bass gespielt (hey, das ist kein Job !) Minderjährige Asylbewerber betreut und unterhalten. Geputzt. Computergoodies kommissioniert und gepackt. Lehrmaterialien gedruckt. Artikel geschrieben und Interviews geführt. Nachhilfe gegeben. Zeitungen ausgefahren (nachts). Thrombozyten gespendet. Bei Forschungsprojekten mitgewirkt. Als Vertretungslehrer unterrichtet. Teile meines Hausstandes bei ebay, booklooker und amazon vertickt. Bei einer Schülerbefragung mitgearbeitet.  Infopost sortiert und abgetragen. Qualität bewertet (im Netz).

Ergo: einen diversen Haufen Erfahrung gesammelt, ideal eigentlich um in der Schule Perspektiven zu vermitteln.

gespannt,

dfn

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