sukzessive entwicklung zum guten

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Lehrerklamotten

März 10, 2009 · 3 Kommentare

Gehört ja irgendwie integral zum Schulalltag dazu: wie ist die Lehrkraft gekleidet ? Laut Hörensagenumfragen ist „gute Kleidung“ unter den Top 4 von Schülerwünschen (neben so Sachen wie „Verbindlich“, „Kompetent“, Humorvoll“) zu finden und das ist ja auch verständlich. Je nach Unterrichtsform hat das Schülerauge 45 oder 90min Zeit, mehr oder weniger gelungene Kombinationen zu goutieren und wahrscheinlich hat jeder so seine Klassiker der gelungenen Klogriffe. Meiner ist ein ehemaliger Mathelehrer, der seinen voluminösen Oberkörper beständig in ausgewaschene Fruit of the Loom – Pullis zwängte, die seine massigen Proportionen eher mindererotisch zur Geltung brachten: das Ganze sah aus, als hätte man dem Michelin-Männchen ein Puppenhemdchen übergestreift. Aber egal.

Denn wie ich so jüngst feststellte, bewirkt diese Tradition auch gewisse Freiheiten – bewusst gewagte Kombis (z.b. braune Schuhe, grüne Cordhosen, Ringelpullis mit Khakiton) lassen sich mit Pret-a-Porter mäßiger Eleganz tragen, wenn man weiß:  Adel verpflichtet. Angesichts der jüngeren Generationen von Lehrkräften, die den Schülern in Sachen Hipness oftmals einen Schritt voraus sind, brauchts doch die Relikte, die dann und wann signalisieren: Die Legende lebt  !  Und schon die Kleinen sind mehr oder weniger gewiefte Kenner: in einer 6. Klasse wurde mein grünes Cordsakko mit süßfrechem Blick und einem „hey, schickes Jackett“ quittiert, während eine Mitschülerin nur fragte,  „wieso tragen Sie heute eine Jacke ?“ (mir war kalt).

A propos Kälte: Freue mich schon auf dem Sommer, wenn ich mittels WordPress-Shirt die zentraldidaktischen „W“-Fragen bauchspannend antizipiere, denn nicht so offentsichtliche Rätsel („wie kann man nur so rumlaufen ?!“) sind immer noch die Besten !

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luftlinie

Februar 18, 2009 · 3 Kommentare

Eigentlich ein ganzes schönes Sinnbild:

Im Obergeschoss nebenan haust ein Kid, das die meiste Zeit vorm Rechner zu verbringen scheint. Ich nutze das Fenster zu allen Tageszeiten gelegentlich zum raus rauchen und gestern abend waren sie zu zweit: freudestrahlende Gesichter, gebannte Blicke auf den Bildschirm, hektische Finger an Maus und Tastatur. Irgendwann die Abwechslung, der Kumpel war dran. Während dieser nun fingerte und machte, wirbelte jener mit fuchtelnden Händen im Hintergrund umher,  schlug sich immer wieder auf die Beine und ging im Zimmer auf und ab.  War wohl kaum auszuhalten, die Spannung.

Für eine Zigarettenlänge sah ichs mir an, dann kehrte ich – keine 5 Meter Luftlinie von diesem Panoptikum der Glücksgefühle entfernt – an meinen eigenen Schreibtisch zurück, wo Unterrichtsvorbereitung auf mich wartete. Nicht gerade ein Panoptikum der Unglücksgefühle, das nicht. Schöner aber diese Momentaufnahme einer gängigen Herausforderung des Lehrerlebens: der eine tüftelt, der andere vergnügt sich und am nächsten Tag kommen sie zusammen und müssen das Beste draus machen.  Was mal mehr mal weniger gelingt.

Oder wer kann davon berichten, beim abendlichen (Schul)aufgabenerledigen von Glücks- und Ekstasegefühlen übermannt zu werden und zwar ohne Zuhilfenahme von Rauschmitteln ?

ps: Gin Tonic ist kein Rauschmittel. Sambuca auch nicht. ;-)

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