luftlinie

Eigentlich ein ganz schönes Sinnbild:

Im Obergeschoss nebenan haust ein Kid, das die meiste Zeit vorm Rechner zu verbringen scheint. Ich nutze das Fenster zu allen Tageszeiten gelegentlich zum raus rauchen und gestern abend waren sie zu zweit: freudestrahlende Gesichter, gebannte Blicke auf den Bildschirm, hektische Finger an Maus und Tastatur. Irgendwann die Abwechslung, der Kumpel war dran. Während dieser nun fingerte und machte, wirbelte jener mit fuchtelnden Händen im Hintergrund umher,  schlug sich immer wieder auf die Beine und ging im Zimmer auf und ab.  War wohl kaum auszuhalten, die Spannung.

Für eine Zigarettenlänge sah ichs mir an, dann kehrte ich – keine 5 Meter Luftlinie von diesem Panoptikum der Glücksgefühle entfernt – an meinen eigenen Schreibtisch zurück, wo Unterrichtsvorbereitung auf mich wartete. Nicht gerade ein Panoptikum der Unglücksgefühle, das nicht. Schöner aber diese Momentaufnahme einer gängigen Herausforderung des Lehrerlebens: der eine tüftelt, der andere vergnügt sich und am nächsten Tag kommen sie zusammen und müssen das Beste draus machen.  Was mal mehr mal weniger gelingt.

Oder wer kann davon berichten, beim abendlichen (Schul)aufgabenerledigen von Glücks- und Ekstasegefühlen übermannt zu werden und zwar ohne Zuhilfenahme von Rauschmitteln ?

ps: Gin Tonic ist kein Rauschmittel. Sambuca auch nicht.😉

3 Antworten zu “luftlinie

  1. das war – poetisch.

  2. Von einem Meister des Metiers nehme ich das mal als Kompliment🙂 – danke.

  3. Pingback: Ein wenig Beifall…

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