bemüht

In Gießen gilt es heute nicht nur, für die Zusammensetzung des nächsten EU-Parlaments ein Stimmchen mitabzugeben (meine Wahlempfehlung: Newropeans), nein, auch ein neuer Landrat soll gewählt werden, daneben ist OB-Wahlkampf. Partizipatorische Bürgerpflicht auf ganzer Linie also.

Gerade beim OB-Wahlkampf wurden – hier mal gemessen am häuslichen Flyer-Aufkommen – zwei Arten des Wählerengagements sichtbar. Während sich die Herausforderin Dietlind Grabe-Bolz (naturgemäß) präsenter im Briefkasten zeigte, wähnte sich Amtsinhaber Hans-Peter Haumann scheinbar im Chill-Modus. Keine Flyer, keine Parteizeitungen, keine Infos, nix. DGB hingegen ließ nichts unversucht, heute morgen lagen diese putzigen Einladungen vor der Tür:

Dietlind Grabe-Bolz - Wahleinladung 7. Juni 2009

Für meine Stimme hätte es das nicht gebraucht, aber aus Sicht des aufmerksamen Bürgers ergibt sich doch ein etwas einseitiges Bild und die Frage(n): Warum hat sich Herr Haumann nicht um meine Stimme bemüht ? Sieht so adäquate Wählermobilisierung aus – entspannt im Status Quo ? Oder haben die CDU-Strategen via Microtargeting schon längst herausgefunden, welcher Wind in unserem Haus weht ?

Ron Erkel PI, darf ich um deine Einschätzungen bitten ?

11 Antworten zu “bemüht

  1. Langsam fühle ich mich diskriminiert!!!
    Warum dürft Ihr in Mittelhessen (und in MZ) mehrere Kreuze machen? Wir in WI dürfen nur eins machen…
    Das mit dem Espresso finde ich übrigens eine nette Idee, obwohl ich sonst weder Kaffe trinke noch SPD wähle …

  2. Ich frage mich gerade, ob das nicht rechtswidrig ist. Aber es scheint ja nicht von der Partei selbst zu sein.

  3. @daniel:

    Warum dürft Ihr in Mittelhessen (und in MZ) mehrere Kreuze machen? Wir in WI dürfen nur eins machen…
    – naja, ich glaub der Hochbegabtenanteil ist hier etwas höher als in WI🙂

    obwohl ich sonst weder Kaffe trinke noch SPD wähle
    – bei mir vice versa, wahrscheinlich konnte ich deswegen nicht anders – für DGB hat sich der Einsatz aber gelohnt ! Bin daher gespannt auf die nächsten Jahre und ihr Wirken.

    @Michaela: stimmt, da die Einladungen ohne Impressum versehen sind und man daher den Urheber nicht ausmachen kann, gibts rechtlich wohl nichts zu beanstanden. Könnte also auch ein unbekannter, aber kreativer Sympathisant gewesen sein, der gerne zweckgebundene Spaziergänge macht🙂

  4. Das klärt dann auch meine Frage, warum auf dem Glas unseres Bundestagskandidaten keine Partei drauf steht.
    Daniel, ich will dich ja jetzt nicht eifersüchtig machen, aber ich durft gestern Kreuzchen machen, Zahlen und Namen schreiben, denn bei uns waren folgende Wahlen:
    Europa
    Kreistag
    Gemeinderat
    Ortschaftsrat (ja sowas gibts bei uns auch noch und da muss man auch noch wissen mit wem man in einem Ort wohnt, da dort keine Namen vorgegeben sind)
    war alles sehr sehr verwirrend und sehr viel Papier.

  5. @ foesti: Das würde mich echt überfordern. Da mir bisher nur ein Kreuz zugebilligt wurde, wäre ich mit dieser Vielzahl von möglichen Meinungsäußerungen überfordert…
    Aber im ernst, bei der letzten Kommunalwahl in Deutsch-Südwescht durfte ich damals noch mitwählen. In SAP-Town hatten wir damals die Möglichkeit gefühlte 70 Kreuze zu machen. In Wirklichkeit waren es – glaube ich – 42. Da ich damals als Nicht-Badener kein einziges Wahlthema noch einen Kaditaten kannte, habe ich mich damals für’s nicht-wählen entschieden. Bisher das einzige mal in meiner Karriere als Wähler…

  6. @foesti: Ortschaftsrat. Müsst ihr da raten, in welchem Ort ihr wohnt? Gar nicht so einfach. Ich kann das Problem gut nachfühlen. Ich wohne in Mainz, habe deshalb WI als Autokennzeichen, eine mainzer Vorwahl und PLZ, darf bei der Hessen-Wahl mitwählen …

  7. @foesti: wenn ich das so lese, ziehe ich meine Hochbegabtenthese doch wieder zurück bzw. muss sie relokalisieren😉 : außer einer nicht ganz unwesentlichen Sache könnt ihr halt doch alles in Deutsch-Südwescht !
    @Daniel: hättste dich damals mal unters Volk gemischt und die ein oder andere Schweinenase (ist das da nicht eine Delikatesse?) verspeist, wär das nicht passiert🙂. Zum anderen: Die erste Adresse für politische Bildung im Web schafft Abhilfe bei deiner Frage: Ortsschaftsrat. Oder hast du mal eine passende Kandidatenseite zur Hand, Foesti, damit wir uns das mal in natura ansehen können ?

  8. @decalcification: In NRW gab es nie eine Wahl zum Ortschaftsrat, zumindest gab es damals keine Extrastimme dafür. In Hessen war ich zum Zeitpunkt eine Ortschaftsratswahl bisher nie ortschaftsratswahlberechtigt. Und über mein Ortsschaftsratswahltrauma im Badischen habe ich ja bereits berichtet. Daher meine eklatante Unwissenheit bzgl. der demokratischen Bürgerpflicht.

  9. @daniel: ok, jetzt verstehe ich alles🙂 . Soweit ich mich erinnern kann, hab ich aber auch noch nie einen Ortschaftsrat gewählt. Kann den Begriff ja nicht mal richtig schreiben, vielleicht habe ich ihn auf dem Wahlzettel auch einfach nicht erkannt… Immerhin habe ich jetzt gelernt, was sich dahinter verbirgt !

  10. Pingback: Wahlen « foesti

  11. So ich hab micht jetzt mal rangesetzt und die Sachen zum Ortsschaftsrat (so wie es bei uns ist) zusammengefasst.

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