Die Nachsendung

Da plant ein renommierter, altehrwürdiger Schulbuchverlag aus Bayern, nennen wir ihn mal C.C. Buchners Verlag, einem nicht allzu dicken Oberstufengeschichtsbuch eine CD mit Begleit- und Zusatzmaterialien zur Seite zu stellen.  An sich eine schöne Idee, weil unendlich praktisch. Die CD werde im Frühjahr erscheinen, heißt es zu Beginn des Jahres 2009. Ich bestelle sie mit. Wochen später die erste Bescheidmail: Die Veröffentlichung werde sich wohl um ein paar Monate verschieben. Vom Sommer ist nun die Rede. Schade eigentlich, denn ich wollte sie VOR DEN SOMMERFERIEN benutzen. Der Sommer geht vorbei, irgendwann die nächste Mail: Es wird wohl später Herbst werden, vielleicht auch Winter. Irgendwann kommen keine Mails mehr, vielleicht hat der Verlag das Projekt einfach abgeblasen – denke ich so im Stillen- und verliere die CD aus dem Sinn. Bis heute.

Da steckt eine Briefsendung im zu kleinen Briefkasten. Die CD ist draußen, knapp 1,5 Jahre nach meiner Bestellung erhalte ich das gewünschte Produkt. Ich bin gespannt. Ob wohl ein Brief beigelegt ist, der mit ein paar wenigen Worten, vielleicht der Entschuldigung oder der Erklärung, das Verhalten des Verlages erläutert?  Oder gar ein Gutschein, ein Preisnachlass für den Ärger des verpassten Einsatzes und der vertanen Arbeitserleichterungschance?

Ich öffne die Sendung mit flinken Fingern. Darinnen ich finde: Eine CD [schick geboxed im DVD-Stil] und eine Rechnung. Und sonst nichts. Sehr trocken und sehr schnörkellos. Chapeau! Ich mag sowas.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s