Die ultimative Lehrerpastille

Die erste Schulwoche unter real-life Bedingungen liegt hinter mir: Vom Referendar mit zuletzt ganzen zwei Kursen zum Vollzeitbeschäftigen mit gegenwärtig zehn Kursen. Ein offenes und sehr nettes Kollegium und bislang nur sympathische Lerngruppen machten den Einstieg (wäre da nicht die viele Arbeit gewesen ;-)) echt angenehm. Nach mehrwöchiger Schonung von Stimme und Hals gibts jetzt wieder Ansagen und Texte im Überfluss, nur auszuhalten dank eines bewährten Bonbons, dessen Tagesdosis sich zuletzt drastisch erhöhte. Schade, dass es für sowas kein Abo gibt.

Die Rede ist von den „Echten Krügerol Halsbonbons“, Produkt der gleichnamigen Firma, die von Richard Krüger 1866 in Leipzig gegründet wurde. Interessanterweise kann man die dazugehörige damalige Krügerol-Fabrik heutzutage loftig bewohnen.

Die von mir favorisierte zuckerfreie Version der Krügerols wird in einem launigen Artikel der Berliner Zeitung zwar einigermaßen plattgemacht, allerdings ist der Artikel 13Jahre alt und Ausdruck einer ideologisch durchwirkten Ablehnung zuckerfreier Ernährung. Auch frage ich mich, ob sich die Rezeptur mittlerweile verändert hat, denn die im Text beschriebenen Charakteristika finden sich so nicht auf meiner Zunge. Lesenswert ist die Philippika dennoch, wie die Connaisseure unter den Halsbonbonkonsumenten sicher verstehen werden:

Die Zucker-Krügerol schmecken gewiß vorwiegend nach Menthol, schließlich sind es Hustenbonbons, aber Zitrone und weitere Aromen schmecken stets zart mit. Die geschmackliche Komposition ist raffiniert, harmonisch, sensibel. Kopfnote: Menthol, Herznote: Zitrone, Basisnote: Zucker. Lutschen: lieblich mit frischer und leicht knackiger Säure mit Fülle, weicher anhaltender Abgang. Dagegen die neuen Krügerol aus 98 Prozent Isomalt statt Zucker sowie Süßstoffen Aspartam und Acesulfam-K: Minze dominiert, streitet mit Menthol scharf um Vorherrschaft, Zitrone dringt brachial ein. Kopfnote: Menthol, Herznote: Zitronensäure, Basisnote: Menthol. Vordergründig. Lärmig, gewöhnlich, disharmonisch. Eben zuckerfrei!
[Aus: Berliner Zeitung: Ein ostdeutscher Dauerlutscher, Artikel vom 22.12.1997]

„Lärmig, gewöhnlich, disharmonisch“? Mitnichten! Eher unaufdringlich schmackhaft und funktional, die Ingredienzien Salbei- und Thymianöl balancieren die Zitronensäure gekonnt aus, die Mentholnote wird in Zaum gehalten. Dazu kommt das Lutschverhalten: langlebig, nicht-bröckelnd, etwas scharfkantig manchmal. Die schlichte Papierverpackung, die ungewickelten Bonbons und ein sehr okaynes Preis/Leistungsverhältnis runden den positiven Gesamteindruck ab.

Wenn ihr also diese Packung im Laden stehen seht, einfach mal zulangen:

Die anderen Sorten sind aber auch empfehlenswert, ein Überblick über das nicht allzu ausladende Produktsortiment findet sich hier.

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