Die Mitmachterroristen

Sie sind ein bekanntes und leidiges Thema: kostenlose Wochenzeitungen, vollgestopft mit sinnfreien Infos und zu viel Werbung.  Es gibt aber noch eine Steigerung und die nennt sich „Gießener Zeitung“, „Deutschlands erste Mitmach-Zeitung„. Weil es einfach nicht ausreicht, nur das Internet vollzumüllen mit schlechten Artikeln, lausigen Berichten, armseligen Fotos und stümperhafter Public Relation. Nein, es muss auch gedruckt werden und landet „2x wöchentlich im Briefkasten“. So weit so gut.  Jedem seine Welt und seinen Geschmack. Kein Ding.

Aber darf ich mich auch einfach dagegen entscheiden? Dies habe ich gewagt und unseren ohnehin schon wenig ansehnlichen Briefkasten mit einem Schildchen ausgestattet, mit der Bitte vom Einwurf verschiedener Druckerzeugnisse doch einfach abzusehen.

Dieser Bitte nachzukommen, gelingt all den namentlich und weniger namentlich genannten Adressaten. Bis auf, ja bis auf der „Gießener Zeitung“. Ein Anruf, eine Bitte  – eine Entschuldigung und ein „kommt nicht mehr vor“. Was nicht mal eine Woche anhielt. Dann ein Brief und eine Bitte. Was immerhin fast vier Wochen anhielt, bis zu dieser Woche.

Es erscheint mir einigermaßen unglaublich, dass es den Austrägern der „Gießener Zeitung“ nicht möglich sein sollte, ein Schild zu lesen. Und weil ich ein freundlicher Mensch bin, möchte ich auch nicht davon ausgehen, dass die angestellten Austräger der „Gießener Zeitung“ aus einem Pool golemhafter imbeziler Kretins rekrutiert werden.  Nein nein nein, dies sei ferne!

Stattdessen möchte ich eine Hilfestellung geben, vielleicht ist das andere Schild ja einfach nur zu unverständlich.

Und weil ich nicht nur ein freundlicher, sondern mittlerweile auch ein reichlich angepisster Mensch bin [ja, das muss ich leider so vulgär zum Ausdruck bringen, liebe „Gießener Zeitung“, daran trägst du auch die Schuld] teile ich den Briefkastenschutz natürlich gerne mit möglichen Betroffenen [hier bitte schön:  Nein zur Gießener Zeitung ]. Auf kein baldiges Wiedersehen, liebe „Gießener Zeitung“!

6 Antworten zu “Die Mitmachterroristen

  1. Wenn die Zeitung kostenlos ist, hätte ich da nichts dagegen… de wärmt doch so schön im Winter, wenn man einen Ofen zu beheizen hat… man kann das Katzenklo damit auslegen… sie in nasse Schuhe stopfen…

  2. Du meinst ich sollte das Schild also entsprechend umschreiben, so a la „werfen Sie das Altpapier bitte hier ein, ich verwende es gerne für….“ ?

  3. Ja, das bringt doch ein bisschen Abwechslung… Vielleicht bekommst du di Zeitung dann ja wirklich nicht mehr, weil du ja jetzt einen Nutzen für sie hast😉

  4. Wie ich mittlerweile erfahren habe, ist ein – sie wollte den Namen nicht herausrücken – Vertrieb für die Zustellung zuständig; und dessen Gehilfen haben sich bislang als so spaßfrei erwiesen, dass ich deinen Tipp zwar charmant finde, von seinem Erfolg aber nicht wirklich überzeugt bin🙂. Mal sehen was noch kommt.

  5. gibt's des

    Hauptsache, das Schild bleibt dran – ist ja echt schlimm, der Briefkasten!🙂

  6. Hehe, wohl wahr! Leider ist der Kasten Teil eines 3er-Ensembles des Grauens. Hätten ihn schon längst ausgetauscht, aber damit hätten wir unzulässig in die Corporate Briefkasten Identity des Hauses eingegriffen.

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