Kluge Gedanken zur Causa Guttenberg: Leitartikel „Die Aussitzer“ von Brigitte Fehrle

Gerade beim Mittagessen drüber gestolpert: eine sehr kluge Analyse über das Verhalten nicht nur von zu Guttenberg, sondern auch derer, die sich von ihm und  seinem Verhalten nicht abgrenzen – wieso und mit welchen möglichen Konsequenzen. Als Einstieg ein Zitat (pikant pikant, ich weiß, aber die Quelle lautet: Frankfurter Rundschau vom 23-2-11, S.13):

Alle, die sich jetzt um Guttenberg aufbauen, werden Schaden nehmen. Wer wider bessere Einsicht diesem Minister die Verantwortung abnimmt, akzeptiert ihn als Maßstab für das eigene Handeln.

Helmut Kohl hat ein großes Lob verdient. Er hat in vorbildlicher Weise für politische Hygiene und die Wahrung von Anstand und guten Sitten gesorgt. Er hat dazu beigetragen, dass nicht mit zweierlei Maß gemessen wird, er hat sich als konsequent und unbestechlich erwiesen. Das war im Jahr 1985, als der damalige Kanzler seinen Regierungssprecher Peter Boenisch entließ, weil gegen diesen ein Ermittlungsverfahren wegen eines Steuerdelikts eingeleitet wurde. Kohl hat damals nicht gesagt, er habe schließlich einen Regierungssprecher und keinen Steuerfachbeamten eingestellt. Er fand kein Wort der Entschuldigung, der Rechtfertigung. Er sagte nicht, Boenisch sei ein hervorragender Regierungssprecher und habe eben einen Fehler gemacht, der allerdings mit seiner Arbeit nichts zu tun habe. Er hat ihn einfach rausgeworfen. Wie gesagt, das war der frühe Kohl.

Angela Merkel ist Kohls Ziehkind. Sie hat von ihm gelernt. Auch das Aussitzen. Dabei überspringt sie offenbar den frühen Kohl und nimmt sich das Spätwerk des Ex-CDU-Chefs zum Vorbild. Nicht anders kann man ihre Äußerungen in der Causa Guttenberg interpretieren […]

3 Antworten zu “Kluge Gedanken zur Causa Guttenberg: Leitartikel „Die Aussitzer“ von Brigitte Fehrle

  1. feliksdzerzhinsky

    Um die Debatte mal etwas zu versachlichen, haben wir hier die Diskussionsgrundlagen übersichtlich zusammengetragen:
    Grundlagen wissenschaftlichen Zitierens

  2. Wenn er sich selbst mit den Maßstäben messen würde, die er an andere anzulegen pflegt, würde in seinen Kreisen vor hundert Jahren nur die Selbsttötung in Frage gekommen sein.

    Glück für ihn, dass sich sein Leben nicht im Konjunktiv und hier und heute abspielt: Merkeline und „BLÖK-dir unsre Meinung“ im Rücken. Da kann er sich natürlich hinstellen und seine Vorgehensweise anscheinend auch noch als „beispielgebend“ verkaufen.

    Meiner Meinung nach sollte er – wie viele vor ihm – in die „freie“ Wirtschaft wechseln. ERfolg hätte er ganz sicher mit „KA-THE’s Copy-Shop“ .

    Mit bisschen Snob-Effekt angereichert und hochwertigem Büttenpapier ließen sich bestimmt ganz neue Zielgruppen ansprechen. Die Partnervermittlungen für Akademiker machen das ja gerade eindrucksvoll vor.

  3. @feliks:
    DAS ist die Art Versachlichung, die das Theater mittlerweile fraglos verdient – statt der jämmerlichen Heuchelverteidigung im Bundestag gestern, hätte dort wohl mal euer Solidaritätspost verlesen werden sollen!
    @gibt´s des:
    Und genau deswegen braucht es Artikel wie den von B. Fehrle! Und Menschen die ihn lesen!

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