Archiv der Kategorie: Aus dem unalltäglichen Alltag

übers Ziel hinaus

Neulich wurden wir auf der Straße von zwei Knirpsen angehauen: ob wir denn glauben würden, dass die Entwicklung der Umwelt etwas mit menschlichen Einflüssen zu tun habe. Ein daumennagelgroßes Aufnahmegerät wurde unter unsere Nasen gehalten, die beiden brauchten das Interview für den Schulunterricht.

Nachdem ich die Frage (gemeint war der Klimawandel) bejaht hatte, ging es gleich weiter: Und, wie schützen SIE die Umwelt?  Öhm.

Nach kurzer Bedenkzeit zählten wir abwechselnd gewohnheitsmäßige Handlungen auf, die zu dieser offen gestellten Frage zu passen schienen:

1.  Eine für zwei Personen ausreichend große (i.e. kleine) Wohung, um den Gesamtressourcenverbrauch angemessen zu halten  – vgl. dazu auch den sog. ökologischen Fußabdruck:   Fußabdrucksrechner aus Österreich .

2. Nur EIN Wagen für zwei Personen, mit geringem Spritverbrauch und nicht allzu hohem Co2-Ausstoß, sonst Mitfahrgelegenheiten und die Bahn nutzen.

3. In der Stadt möglichst nur zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sein.

4. Fleisch und Eier in Maßen konsumieren und wenn, dann im Bioladen des Vertrauens kaufen, um nicht Massenproduktion und damit verbundene Umweltverseuchung zu unterstützen.

5.  Ökostrom beziehen, um den Ausbau regenerativer Energien zu unterstützen.

Wir hielten inne und blickten in zwei kleine verdutzte Gesichter.  Der geballte Antwortenoverkill war scheinbar nicht das, was die beiden erwartet hatten. Zaghaft fragte das Mädchen: „Und trennen Sie auch den Müll?“

kalter Entzug

Ich glaub es war der Spiegel, der mich drauf brachte. Wiederholt tauchten in den letzten Monate Features, Interviews und Storys auf, die einen Bezug zu dieser Serie herstellten. Und ich erinnerte mich daran, schon vor längerer Zeit mal etwas darüber gelesen zu haben. Doch dieses Mal musste ich mir das genauer ansehen.

Die Rede ist von „The Wire“, der, so ein wahrscheinlich etwas verzerrter O-Ton, „besten Kriminalserie aller Zeiten“. Eine Serie wie ein mehrbändiger Roman, handelnd vom Niedergang der einst blühenden Stadt Baltimore an der Ostküste der Vereinigten Staaten. Gedreht in den Jahren 2002-2008. Als wahrscheinlich letzter hab ich davon gehört, machte aber nichts, denn:

Was soll ich sagen? Die erste Staffel kam ins Haus und nach ersten Startschwierigkeiten (der anfangs überzogene Vulgärsprachgebrauch war etwas nervig, wird z.T. aber gut übersetzt) waren wir angefixt. Bedächtig entfaltet, klug erzählt, auf spannende Weise multiperspektivisch beleuchtet und mit vielseitigen Charakteren belegt – zentrales Thema: der Kampf gegen einen Drogenring.

Das daraufhin die zweite Staffel folgen musste, war fast schon zwangsläufig. Und die war sogar noch besser. Die Erfahrung, aus schierer Notwendigkeit des Verfolgens eines fulminanten Spannungsbogens 3h lang in die Welt der Hafenarbeiter von Baltimore einzutauchen, hab ich so auch noch nicht gemacht. Und das hätte jeden Tag so gehen können. Wirklich erstaunlich.  Man kann vermutlich die fünf Staffeln einfach so weggucken.

Es war also Zeit für die Reißleine. Und um ehrlich zu sein, es dauerte ein ganzes Wochenende, bis das Setting der 2ten Staffel aus meinem Kopfkino verschwunden war. Und um noch ehrlicher zu sein: Allein die Tatsache, dass lediglich die ersten beiden Staffeln mit deutschen Untertiteln zu haben sind, hat Schlimmeres verhindert.

Was bleibt? Eine wirklich spezielle und grandiose Unterhaltungserfahrung und zwei Staffeln im Regal, die ich an Locals (hey Ron!) gerne ausleihe. Und sonst? Irgendjemand hat sich die Mühe gemacht, die wesentlichen Inhalte der Gesamtspieldauer der 1. Staffel [rund 760min.] in knapp 1min zu erzählen. Hat er gut hinbekommen:

 

Auch wg. der ganzen Links interessant: der deutsche Wikipedia-Eintrag zur Serie.

Impressions from Ireland, Summer 2011 – seen a thousand times before and yet so unique

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Notes:

1 – Trinity College, Dublin
2- St. Patrick´s Cathedral, Dublin
3- Thomas Street, Dublin
4- Liffey Boardwalk, Dublin
5 & 6 – At the Beach, Malahide
7 – Hotel View, Rear Side Lower Gardiner Street, Dublin
8  – Waterford Crystal, Waterford
9 – Corby Litter Police, Tramore
10 – Sunny afternoon, Cork
11 – Cloudy evening, Cork
12 – Old School B & B, Cork (quite nice on the inside!)
13 – Slea Head Drive, Dingle Pensinsula
14 – Incredibly beautiful beach spot, Dingle Peninsula
15 & 16  – Brandon Bay, Dingle Peninsula
17 – Antique interior at The Shores Country House, Cappatigue
18 – Serving all shopping needs in Roundstone, Connemara
19 – Awaiting High Tide, Westport
20 – Becoming a Vegetarian again (well, almost), Roscommon, The Midlands
21 – Waiting for the Bus, O´Connell Street, Dublin
22 – Waiting for the plane, Dublin Airport.
Planing to visit again sometime.

Panoptikum des Monats

Merkwürdige Geschehnisse im Mai.

1. Die wahrscheinlich schönste kleine Gießkanne von Welt entdeckt.

Ein Traum aus pulverbeschichtetem Stahl in britischem Racing Green. Abschraubbare Rosette für fröhlichen Bewässerungsregen, tropft einigermaßen nach, daher besser für Draußen geeignet. Dazu ein Firmenselbstverständnis, wie es nur von der Insel kommen kann: „Sheer excellence since 1730“. Für alle, deren Sinn für Ästhetik nicht an der Kasse bei Obi enden will.  Gutes Angebot und sehr guter Service bei The Greenery.

2. Endlich einen Weg gefunden, digitalisierte Videoschnipsel die den Beamer-Aufbau nicht lohnen, deppenfest auf allseits abspielbare DVD zu brennen!

Ein Kollege gab mir den Tipp: DVD Flick. Klein und kompakt, schnell und solide (bisher). Ein kurzes und hilfreiches Tutorial gibts auch: DVD Flick Guide.

3.  Einen 2fachen Geschenkefail glücklich überstanden.

Missetat No 1: Azure Ray-CD im Sommer verschenkt. Missetat No2: Eine Orchidee verschenkt und dabei vergessen, dass die zuletzt schmachvoll verendete Orchidee (die neue sollte als Ersatz dienen) bei der Adressatin eine gehörige Unlust in der Orchideenpflege evoziert hatte.

4. Darüber nachgedacht, meinen designtechnisch eher gruseligen, aber extrem funktionalen und brillant bequemen Laufschuhen einen Review zu widmen.

Mich dann aber dagegen entschieden, weil mir kein Aufhänger eingefallen ist.

5. Schallend laut gelacht (ok, NACH der Bestürzung) als ich vom vermeintlichen Hipster-Label Kronstadt ein Polo erhielt (das ich aufgrund eines Wortspiels verschenken wollte)…

und es nicht nur Löcher und verschieden lange Ärmellängen aufwies, sondern insgesamt so lausig verarbeitet war, dass ich den Stümpern empfehle vielleicht erstmal mit Handtüchern zu üben, bevor man so einen Schrott auf den Markt wirft, nur weil die Saison schon begonnen hat.

6. Die Ironie des Schicksals beweint, dass mein Tutorium es nach fast einem Jahr geschafft hat, die anvisierte Klassenfete endlich auf die Reihe zu bringen…

und ich einen Tag vorher KRANK werde!

Mein Reden. Und denken und handeln und fühlen und gewinnen!

Aus Anlass meines heutigen Geburtstages trudelten hier schöne Karten und Geschenke ein,  auf einer ein Rezept, bei dem ich nur sagen kann: so siehts aus. Daher: raus damit in den Orbit. Und anwenden:

Es gibt keine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden,

als Liebe, Humor und stille Reserven.

Wenn sich dann noch auf dem Geschenketisch coole Gaben wie diese tümmeln, kann eigentlich nix mehr schief gehen 🙂

Cheers.

Warum ich ganz froh bin nicht Deutschlands bekanntester Blogger zu sein. Sequenzen eines Urlaubs.

I.

Ich hatte diese Gestik eine ganze Weile schon nicht mehr gesehen. Eine Mischung aus Aufregung, peinlich berührt sein und Mitteilungsdrang, gepaart mit leichter Aggression, da die Adressatin – vermutlich seine Frau – nicht gleich kapierte, warum er so aus dem Häuschen war. Da sie uns entgegenkamen, liefen wir mitten in die Szenerie herein. „Das isser, das isser!“ Vier Familienmitglieder standen verquer vor dem Speicher im Hafen von Stralsund herum, eine seltsame Habachtstellung einnehmend, so als ob gleich irgendwas Großes passieren sollte. „Wo? Wer? Was meinst du, Schatz?“ „Na, da im Auto da sitzt er!“ Die Blicke der ahnungslosen Familienmitglieder folgten seinem verhaltenen Fingerzeig. „Der hat aber komische Haare!“ „Mann, das ist doch sein Markenzeichen!“ Der Mann stob davon als befürchtete er, der von ihm Erkannte  könnte gleich aus seinem Wagen springen und ihn der peinlichen Situation überführen. Mein Blick schweifte hinüber zum Objekt der Aufregung. Deutschlands bekanntester Blogger saß seelenruhig in einer -these days- etwas anachronistisch wirkenden Limousine und tippte irgendwas. Eine junge Dame auf dem Beifahrersitz blickte gelangweilt aus dem Fenster. Naja, wird wohl Urlaub in Echtzeit machen, dachte ich, dankbar dafür, nicht gleich darüber berichten zu müssen, wie das kolossale Ozeaneum Stralsunds von innen aussah.

  Dem Imperativ gefolgt, aber nicht vom besten Bier bekehrt.

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Die Maschinen stehen still, denn es ist Urlaub und ich will

…bzw. werde verreisen :-).

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lettor from the editor – Weihnachtsgrüße !

Allen Leserinnen und Lesern dieser Seiten schöne Fest- und Feiertage, bis demnächst !

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Wendegewinner

Weil meine Frau aus dem Osten kommt, und sie ist einfach mal die Beste 🙂 !

Etappenziel

Yeah ! Neulich noch stolz darauf hingewiesen, schon seit unglaublichen SECHS Tagen rauchfrei zu sein, erblickte ich kürzlich auf meinem motivationsstimulierenden Rauchfreibegleitungskalender [den es übrigens hier gibt] diesen netten Glückwunsch zu einem ersten Etappenziel:

etappenziel

Blicke ich zurück, stelle ich einige durchaus positive Veränderungen fest:

1. Schon nach wenigen Tagen fühlte ich mich, als wäre ein unsichtbarer Trägheitsschleier von mir genommen worden. Obwohl es mitnichten der Realität entsprach, dachte ich, ich hätte ein paar Kilo abgenommen.

2.  Als 1A-Substitut für den Nikotinentzug erwiesen sich Nicotinell-LUTSCHtabletten [muss man in der Apotheke nach fragen, da die meisten nur die Kaugummis anbieten]. Der seligmachende Stoff wird über einen Zeitraum von einer halben Stunde im Blutkreislauf verteilt, sehr smooth geschieht das, nicht so brachial wie bei den Kaugummis.

3. Nach fast 40 Tagen konnte ich das Nikotin auch sukzessive ausschleichen – wer also eine Drittel Packung haben mag, hinterlasse Name und Anschrift, die Sendung geht aufs Haus.

4.  Nach fast zwei Monaten wandelten sich auch habituelle Muster zum Neuen – vorbei die Zeiten, als ich vor einer Klasse stand, der Schüler in der ersten Reihe auf meine linke Hand starrte und fragte: „Herr L, warum halten sie die Kreide wie eine Zigarette ?“

5. Ironischerweise bin ich ganz dankbar, dass meine Mundflora nicht mehr nach einer Mischung aus Gülle, Schmodder und Ranz duftet. Vor allem, wenn man nichtrauchenden Menschen (wie z.b. kleinen Schülern) nahe kommt, ist das nicht unpassend.

6. Mancher Mythos wurde allerdings auch gebrochen:  beim Fußball spielen hab ich fast genauso wenig Kondition wie als Raucher, zumindest hier scheint es keinen Zusammenhang zu geben – weshalb ich auch lieber Badminton spiele, denn da gehts.

Dies alles ist kein Grund für die Geburt eines neuen Missionars, dafür hab ich auch gerne geraucht, vor allem, weil es so leckeren Tabak gibt. Außerdem ist die Psycho-Hürde die weitaus härtere, nach sieben Jahren wieder anzufangen, ein Klacks.  Zudem freue ich mich jetzt schon auf die Don-Stefano-Zigarre zum 2. Staatsexamen [und das ist im Sommer !].

Aber wie sagte ein Bekannter neulich auf einer Grillfete, als ich ihm – mit einer Kippe in der Hand – von meinen Plänen erzählte und all die pro und contras abwog: „Stefan, du musst dich von der Liebe leiten lassen, alles andere ist scheißegal !“  Und ja, er sprach mir aus der Seele.